Der heute in allen Teilen der Welt verbreitete Prämonstratenser-Orden verehrt den heiligen Norbert von Xanten als seinen geistlichen Vater. Aus altem Hochadel stammend, wurde er von seinen Eltern für die geistliche Laufbahn bestimmt; eine weltliche Karriere innerhalb seiner Familie war ihm verbaut, denn er hatte einen älteren Bruder. Norbert wurde am St.-Viktor-Dom zu Xanten Stiftsherr und kam in den Dienst des Erzbischofs von Köln, eine Stellung, die ihn einerseits in den geistlichen Stand erhob und ihm entsprechende finanzielle Einkünfte zusicherte,
Um 1115 erfolgte seine eigentliche Umkehr; ein Blitz war unmittelbar neben ihm eingeschlagen. Er gab daraufhin seine Stellungen bei Erzbischof und Kaiser auf, verzichtete auf Pfründe und Vermögen, das er Armen überließ, ließ sich zum Priester weihen und verkündete als Wanderprediger in Deutschland, Frankreich und Belgien die christliche Lehre von Gottesliebe, Versöhnung und Gericht. Der Bischof von Laon hätte ihn gern als Reformer in seinem Bistum gehabt, doch den Klerikern dort war Norbert zu streng, sie schickten ihn weg.
Der Reichstag zu Speyer berief Norbert 1126 zum Erzbischof von Magdeburg. Zum neuen Leiter und ersten Abt von Prémontré wurde auf Vorschlag Norberts Hugo von Fosses gewählt. In Magdeburg hatte Norbert ähnliche Widerstände wie in Laon zu überwinden. Sein strenger Eifer und seine gewissenhafte Amtsführung stießen auf Widerstand, nur knapp konnte er einem Aufstand gegen sich entkommen. Seine beharrliche Geduld führte aber letztlich zu einer inneren Erneuerung in seiner Diözese.
Als Erzkanzler des Reiches für Italien unternahm Norbert
1132 / 1133 mit Kaiser Lothar einen Romzug, von dem er, mit Malaria infiziert,
geschwächt nach Magdeburg zurückkehrte und sich nicht mehr erholte. Sein Leben
schloss er am 6. Juni 1134 in Magdeburg als Metropolit einer im Entstehen
begriffenen riesigen Kirchenprovinz im Osten. Papst Gregor XII. sprach ihn am
28. Juli 1582 heilig. Da Magdeburg protestantisch wurde, übertrug man 1626
Norberts Reliquien in eine Kapelle der Abteikirche Strahov in Prag.